Nichts scheint von derartiger Relevanz zu sein wie die Zeit selbst. Dabei ist es doch recht komisch, wie sie sich verhält. Will man sie festhalten, eilt sie davon. Bereitet etwas keine Freude, verweilt sie als ungebetener Gast. Erinnern wir uns heute an das Gestrige, wirkt es wie gerade eben geschehen – wie einer von vielen Momenten in der Quantität der Zeiteinheiten. Die Qualität der Zeit zeigt sich hingegen meist erst nach Jahren. Nicht immer fühlt sich das Leben gelebt, belebt an. Manchmal haben wir das Gefühl, die Zeit verloren zu haben. Das wirft die Frage auf: „Gibt es so etwas wie verlorene Zeit?“
Was ist Zeit im Leben?
Zeit versteht sich als neutrale Komponente im Leben eines Menschen, wobei der Begriff „Komponente“ zu wenig aussagt, um dem Thema Zeit gerecht zu werden. Ist doch die Zeit weitaus mehr als ein Teilbestandteil eines Gesamtgefüges. Ohne die Zeit wären wir nicht, denn unser Dasein, unsere Erfahrungen und Entwicklungen, unser gesamtes Leben hängen im Wesentlichen von der Zeit selbst ab. Zeit ist somit ein elementares Glied in einer Kette, die über Sein und Nicht-Sein entscheidet. Zeit ist existent.
Für gewöhnlich tun sich Menschen schwer, die Existenz von etwas anzuerkennen, was im Grunde unsichtbar ist. Niemand hat die Zeit jemals gesehen. Suchen wir sie einzufangen, ist sie schon vorüber, die Sekunde, die Minute, eben die Zeit. Das wirft die Frage auf, ob Zeit tatsächlich existiert. Oder entwarfen wir sie etwa, weil wir etwas brauchen, woran wir unsere Entwicklung messen? Etwas, das uns hilft, das Leben durch ein Ordnen zu verstehen?
Wir betrachten unsere Entwicklung aus dem Blickwinkel einer Dauer. Im Rahmen der eigenen Zeit sehen wir Veränderungen, doch die Zeit als Raum für diese Veränderung bleibt stumm, farblos, glanzlos, ist nicht greifbar. Dennoch versteht sich die Zeit als ein existenzieller Raum, ohne den wir offenbar nicht auskommen und wachsen könnten. Sie verleiht dem Leben eine gewisse Ordnung. Ordnung wiederum gibt Menschen Sicherheit. Ohne sie wäre die Daseinszeit von strukturlosem Allerlei durchzogen, schwer zu ertragen. Schließlich weiß die sich erhaltende Ordnung und somit Wiederholung über das zu Erwartende zu berichten. Würden wir jeden Sommer als Zufall beschreiben, wäre alles ständig neu. Dieses Neue würde Angst bereiten. Ordnung bringt Struktur in das Jahr und nimmt dem Chaos seinen Schrecken.
Allerdings beantwortet das nicht die Frage nach der Zeit und ihrer Existenz. Vielmehr wirkt Zeit wie etwas vom Menschen Erschaffenes, was primär der Lebenserleichterung dient. Bei genauem Hinsehen und Durchdenken des Lebens eines Menschen fällt zudem die Ökonomisierung der Zeit auf. Zeit ist sprichwörtlich Geld. Erfolge messen sich an der Zeit und die Qualität der Zeit hängt für viele entscheidend von Erfolgen und Geld ab. Ein Lebenslauf im beruflichen Sinne zeigt die Erfolge eines Menschen und somit die Qualität seiner Zeit auf und schwimmt doch nur an der Oberfläche, verachtend gegenüber der Individualität des Einzelnen.
Jedenfalls zeigt die Idee von der Zeit als Entwicklungschance, Strukturgeberin und Nachweis über die Nutzung eigener Potenziale, wie viel Wertung sich hinter dem Begriff der Zeit verbergen kann. Nach der allgegenwärtigen Denkweise ist Zeit entweder gut genutzt oder sinnlos verflogen. Sinnlos verflogene Tage, Stunden, Wochen, Monate und Jahre werten wir als verlorene Zeit, wohingegen das Gegenteil einen Gewinn durch die Zeit und letztlich einen Zeitgewinn darstellt.
Für Menschen ist Zeit einerseits eine Konstante, die andererseits mit unterschiedlichen Werten versehen wird. Allein dadurch kann Zeit entweder einen Gewinn oder einen Verlust symbolisieren. Der Zeit selbst bleibt es gleich, wie wir sie betrachten. Sie weiß noch nicht einmal, ob sie vorhanden ist oder ob sie die wilde Ausgeburt der menschlichen Phantasie darstellt.
Trotzdem ist sie für uns Menschen durchaus präsent, da wir das Leben eben mittels der Zeit und ihrer Einheiten zu ordnen versuchen. Ein gegliedertes Leben weiß klare Einzelschritte zu benennen, unterteilt das Leben in Entwicklungsbereiche und endet dem Glauben nach mit dem physischen Ableben. Sie ist das Volumen unseres Geistes. Ein Volumen, das sich nur durch uns verloren oder gewonnen anfühlen kann.
Wann fühlt sich Zeit verloren an?
Der Verlust der Zeit versteht sich als Synonym für Qualitätsverlust im Leben. Wann immer verlorene Zeit zum Zentrum der Gedanken wird, bedauern wir etwas oder nichts getan zu haben. Wir bedauern, nicht gewesen zu sein, wo wir es hätten sein können. Im tiefsten Inneren trauern wir dem Sinn nach, den wir uns nicht zu geben in der Lage gewesen sind. Nichts ist schlimmer als ein aufkommender Kontrast zwischen dem Bild vom eigenen Lebenssinn und einer völlig anderen Realität. Und das bei Bewusstsein über die Endlichkeit der Zeit und ihrer Einmaligkeit.
Ich möchte mich zur Einmaligkeit der Zeit äußern. Im oberen Teil schrieb ich von der Zeit und wie der Mensch sie definiert. Weiterhin richtete ich den Gedanken kurz auf die Ordnung des Lebens durch die Zeit. Wir schreiben einer bestimmten Entwicklung im Leben eine bestimmte Zeiteinheit zu. Andere Zeiten – seien es die Jahreszeiten – scheinen wiederkehrend zu sein und bieten dadurch Sicherheit und innere Struktur. Trotzdem bleibt jeder Sommer einmalig. Diese Einmaligkeit in der Zeit bedeutet Angst vor einem potenziellen Verlust. Wenn jede Sekunde ein einziges Mal geschieht und nicht wiederkehrt, stehen wir in der Pflicht der ständigen Sinnsuche und Sinnerfüllung. Sicher empfinden wir eine verlorene Sekunde nicht als fürchterlichen Verlust. Wohl aber die Summe der verschwundenen Zeit.
Überdies – und das ist zwingend zu bemerken – ergibt sich der Eindruck des Verlusts erst aus der Perspektive der Gegenwart mit Blick auf die Vergangenheit. Was jetzt gerade ist, fühlt sich selten verloren an. Sofern doch, können wir es Kraft der Gegenwart selbst in den Wandel bringen und die Qualität des Augenblicks verändern. Die Vergangenheit hingegen bleibt uns stets erhalten. Sie ist beständig in ihrem Gewesenen, wenn sie sich auch in puncto Eindruck, Erinnerung und Wertung in den folgenden Jahren ändern wird. Dennoch bleibt ein Teil der Vergangenheit als etwas erhalten, das wir nicht mehr beeinflussen können. Etwas, das geschrieben ist und etwas, womit wir umzugehen haben.
Später fühlt sich das Gewesene recht punktuell an, wie ein einziger Moment. Prozesse während innerer und äußerer Herausforderungen verblassen mit der Zeit. Lediglich das Endergebnis einer Handlung oder Nicht-Handlung hat Bestand. Von diesem Endergebnis ausgehend gestaltet sich die Gegenwart in jedem Augenblick neu und wird selbst zur Vergangenheit. Das Gewesene entzieht sich unserem Jetzt. Und uns bleibt immer mehr Zeit zu reflektieren, zu hinterfragen, zu analysieren, zu werten, Dinge aus der Sicht der Gegenwart zu betrachten. Vermeintliche Fehler zu erkennen, daraus zu lernen und die Zeit des früheren Ichs gelegentlich als verloren zu deuten.
Können wir unsere Zeit wirklich verschwenden?
Wenn wir Zeit ohne Uhren zu messen versuchten, dann nur mittels der Betrachtung der Veränderung als Bewegung im Leben. Als positiv empfinden wir Bewegung, die etwas Positives hinterlässt. Sei es der Eindruck, aus beklemmenden Erfahrungen eine Lehre gezogen zu haben oder sei es eine schlichtweg wohltuende Erinnerung – oft mit allgemein als positiv empfundenen Hormonen verbunden.
Als negativ empfinden wir Bewegungen, die Rückwärtsbewegungen ähneln oder in Stagnation zu gipfeln scheinen. Hierbei denke ich an jemanden, der zwar einerseits Fortschritte macht, sie aber selbst wieder zerstört. Auch gelten Erinnerungen als negativ, wenn wir daraus keine Lehre und somit keinen Sinn ziehen können. Manchmal fühlen sich Erkrankungen so an oder der Verlust geliebter Menschen. In diesen Situationen glauben wir die Zeit verloren zu haben.
Etwas zu verlieren, wirkt uns trotzdem attraktiver als das Empfinden einer Verschwendung. Der Unterschied zwischen beiden Begriffen im Kontext der Qualität der Zeit liegt in ihrem Kern. Verlust definieren wir häufig als etwas Zufälliges, etwas Unfreiwilliges, etwas, was nicht durch uns beeinflussbar ist. Verschwendung hingegen spricht eine andere Sprache. Verschwendete Zeit meint Schuld und Vergehen an der einmaligen Zeit. Wenn wir etwas verschwenden, so definieren wir uns als Verursacher des Verlusts. Hingegen wirkt der Verlust selbst wie ein Schicksal und weniger wie etwas, was wir selbst hätten verhindern können.
Bleibt die Frage, ob wir Zeit tatsächlich verschwenden können oder ob jede Zeit für sich von Bedeutung ist. In manchen Momenten wünschen wir uns eine Entwicklung, die ausbleibt. In anderen brauchen wir Bewegung, die zur Lähmung mutiert. Wir suchen den Sinn und fühlen uns mit Unsinn konfrontiert. Oder wir leben nicht die eigenen Ideale, sondern die eines anderen Menschen. Dies sind nach unserem Verständnis Augenblicke verschwendeter Zeit.
Tatsächlich hat auch der empfundene Leerlauf in der eigenen Zeit einen Sinn. Es kommt jedoch auf die Betrachtungsweise an. Oft glauben Menschen im Nachhinein, ihre Zeit während einer Beziehung zu einem anderen Menschen verschwendet zu haben. Allerdings bestand die als verschwendet angesehene Zeit aus weitaus mehr als der Beziehung. In jeder Zeit existieren viele Nebenschauplätze, die die Zeitqualität ebenso beeinflussen. Zudem ist keine Beziehung in Gänze verlorene Zeit.
Bei objektiver Betrachtung ist als verschwendet angesehene Zeit immer mit einer Lehre verbunden. Das trifft auch auf verlorene Jahre zu. Beides hilft auf dem weiteren Lebensweg, wenn es auch schmerzlich ist. Leider fällt uns diese Sichtweise recht schwer, da wir im Inneren um Aufrechterhaltung eines gesunden Milieus bemüht sind. Das schließt ein, dass wir Verschwendung als Verlust deuten. Und Verlust kommt – wie ich bereits erwähnte – ohne Schuld aus, wohingegen Verschwendung uns die Schuld auferlegen würde. Wenn wir selbstverschuldete verschwendete Zeit mit fremdverschuldetem Verlust verwechseln, können wir keine Lehre daraus ziehen. Wir schreiben die Schuld dem Schicksal oder anderen Menschen zu. Das entzieht uns der Verantwortung.
Ja, in diesem Augenblick haben wir unsere Zeit verschwendet, sogar verschenkt.
Eine vakuumierte Zeit braucht die Lehre, um frei sein zu können. Eine Lehre erhalten wir durch Verantwortungsübernahme. Sie hängt maßgeblich davon ab, ob wir Zeit als verschwendet oder als verloren ansehen. Mit der Übernahme der Selbstverantwortung setzen wir uns mit der Vergangenheit auseinander, ziehen eine Lehre daraus und wissen es in den Folgejahren anders anzugehen. Das ist keine verschwendete Zeit.
Das Geschenk der verschwendeten Zeit
Verschwendet ist Zeit, so schrieb ich, wenn wir keine Lehre aus ihr ziehen. In meinem biografischen Roman „Als ich das Geschenk der Angst öffnete und ein Wunder darin fand“ richtete ich den Blick auf meine eigene Zeit, in der sich massive Angst und Panik über Jahrzehnte wie Zeitverschwendung anfühlten, sich jedoch eines Tages langsam als größtes Geschenk entpuppten.
Zeit meint weder Verlust noch Verschwendung. Sie ist allein das, was wir ihr zuschreiben. Durch die Betrachtung der Zeit als Raum für Botschaften stellen Erinnerungen jeweils einen Gewinn für uns dar. Ziehen wir eine Lehre aus der Botschaft selbst, formen wir die Handlungen um. Langeweile schmälert sich durch Selbstwirksamkeit. Umgekehrt wirkt leer und verschwendet, sinnlos und verloren, was wir in der Sinnhaftigkeit nicht zu erkennen vermögen: Zeit und ihre Qualität. Bleibt die Botschaft für uns verschlüsselt, so ist uns die Zeit lediglich Ressource und nicht Geschenk.
Außerdem verstehe ich verschwendete Zeit als Sinnbild für ausbleibende Verantwortungsübernahme.
Nun misst sich die Verschwendung nicht ausschließlich in Jahren und Jahrzehnten. Gelegentlich plagt uns Langeweile. Sie ist von kurzer Dauer und doch fühlt sich die Zeit verschwendet an. Auch Krisen, langjähriges Leid, Wiederholungen von bestimmten Aufgaben und ausbleibende Teilhabe am gesellschaftlichen Leben können sich wie ein Vakuum anfühlen. Doch welche Botschaften verbergen sich wirklich hinter der leeren Zeit?
Langeweile als Botschafterin
Langeweile ist ein äußerst spannender Begriff, den es sich näher anzuschauen lohnt. Eigentlich verstehen wir Langeweile als eine ungenutzte Zeit. Momente ohne Regung, ohne Aktion, ohne Glücksgefühle, ohne Zufriedenheit, nicht einmal Schmerz ist fühlbar. Sie scheint ein leeres Etwas im Menschen zu sein. Umso außergewöhnlicher erscheint die Tatsache, dass viele Menschen dieses leere Etwas nicht ertragen können. Langeweile ist ihnen lästig. Wie kann etwas störend wirken, was nichts zu sagen hat, keinen Moment mit Erinnerungen beschenkt? Wäre es nicht einfach ohne Nutzen? Ohne Erkenntnis? Ohne Konsequenz? Liegt nicht der Verdacht nahe, dass Langeweile eventuell doch etwas zu sagen hat, weil sie ansonsten nicht bedrückend wäre?
In der Tat spricht die Langeweile eine ganz eigene Sprache, die den Zugang zu existenziellen Themen und zu unserer Individualität öffnet. Kraft unserer Wertung der Zeit in einer Leistungsgesellschaft, in der effiziente Nutzung Hauptanliegen zu sein scheint, wirkt Langeweile nutzlos, ist mit Scham behaftet und vor allem ineffizient. Wir versuchen sie loszuwerden, die Langeweile.
Aber was will uns Langeweile sagen, wenn wir Zeit nicht als sich verbrauchendes Gut, sondern als Geschenk betrachten? Ihre Botschaft ist dann eine andere. Langeweile schafft den Raum zur Innenschau, versteht sich als optionalen Weg zur Transformation. Je länger sie verweilt, desto mehr zwingt sie uns zur Betrachtung unseres Inneren. Auf einmal halten Gedanken an Grenzen im Leben, Verlust und Erinnerung, Sein und Werden, Freiheit und Unfreiheit, Liebe und Hass, Freundschaft und Einsamkeit Einzug.
Allein diese Themen – fern von allem, was in einer Leistungsgesellschaft als tragend betrachtet wird – zeigen die Intention der Langeweile auf.
Sie ist, damit wir werden.
Ein Werden, das nach einem geduldigen Aushalten verlangt. Ist doch der Zustand der Langeweile oftmals mehr bedrückend als beglückend. Dabei bietet er die Chance zu einer aktiven Auseinandersetzung mit inneren Sehnsüchten. Langeweile mit Zeitverschwendung gleichzusetzen, bedeutet, die Botschaft hinter dem Motiv der Langeweile nicht entschlüsseln zu können.
Noch nicht.
Irgendwann einmal. Hoffentlich.
Doch verloren ist die Zeit sicher nicht, denn jede Langeweile bringt Ruhe als Ausgangspunkt für das Werden.
Wenn Umwege die Jahre formen
Ein festgelegter Plan mit klarer Struktur schafft für viele Menschen Geborgenheit. Halten wir den Plan ein, bewegen wir uns klar im Rahmen der üblichen Vorgehensweise. Ein Schicksalsschlag und eine ungeahnte Änderung rufen das Gegenteil hervor. Plötzlich wirkt der Plan gegenstandslos und die innere Geborgenheit gerät ins Wanken. Umwege sind unausweichlich. Einstige Vorstellungen von einem erfüllten Leben sind zu überdenken. Nicht selten bleiben die Umwege und die damit verbundenen Jahre als Belastung in der eigenen Biografie erhalten.
Dabei sind Umwege Tore zu Welten, die anderen Menschen Zeit ihres Lebens verschlossen blieben. Die Folgen der Umwege formen ihrerseits das eigene Weltbild mit und richten den Tagesablauf neu aus. Manche sehen einen Zugewinn darin. Anderen wirkt das Neue und nicht Einschätzbare wie ein Raub am eigenen Leben. Sei es ein Beruf, lange ausgeführt und doch nie gelebt. Ein Beruf, der eines Tages zugunsten der Berufung verlassen wird. Oder sei es der frühe Plan vom finanziellem Reichtum, der in Armut gipfelt und nichts als Scherben hinterlässt. Scherben, die miteinander verbunden zu innerem Reichtum führen.
Auch längeres Leid sehen Menschen häufig als Räuber der Zeit. Dabei mehren sich Berichte von Erkrankten, die ihre Geschichte als Geschenk und nicht als Widersacher begreifen. Oft erleben sie erst durch die unliebsamen Umwege einen inneren Umschwung, der ihnen inneres Glück beschert.
Immer bleiben nach Wegen Erkenntnisse zurück.
Die Schwierigkeit der Deutung der Erkenntnisse als persönliches Glück besteht in der Wertung der Zeit als Ressource und nicht als Geschenk. Solange wir daran festhalten, dass Zeit Geld ist und Zeit als Ressource betrachten, werden die Umwege als Bürde bestehen bleiben.
Ein Umweg ist aber ein Weg. Er umläuft nicht den einzig richtigen Weg, sondern schafft eine eigene Richtung – manchmal mit Überschneidungen, manchmal neu erschaffen. Sie gehen zu können, sie erleben zu können, um daran zu wachsen, ist ein großes Entgegenkommen. Eines, das Horizonte erweitern lässt und den Blick auf die Welt in ihrer Gestalt maßgeblich beeinflusst. Kein Umweg kommt Verschwendung oder Verlust gleich.
Wo etwas verloren scheint, ist immer ein Geschenk geboren.
Schlussgedanken zur verlorenen Zeit
Zeit meint weder Verlust noch Verschwendung. Sie ist allein das, was wir ihr zuschreiben. Durch die Betrachtung der Zeit als Raum für Botschaften stellen Erinnerungen jeweils einen Gewinn für uns dar. Ziehen wir eine Lehre aus der Botschaft selbst, formen wir die Handlungen um. Langeweile schmälert sich durch Selbstwirksamkeit. Umgekehrt wirkt leer und verschwendet, sinnlos und verloren, was wir in der Sinnhaftigkeit nicht zu erkennen vermögen: Zeit und ihre Qualität. Bleibt die Botschaft für uns verschlüsselt, so ist uns die Zeit lediglich Ressource und nicht Geschenk.
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