Die deutsche Sprache kennt Wörter, die ein kleines Geheimnis haben. So zum Beispiel das Wort falsch/Falsch. Hier kommt es darauf an, welcher Wortart es angehört. Im Allgemeinen ist es als Adjektiv oder als Adverb bekannt. Weitaus seltener ist das Substantiv – der Falsch. Was es damit auf sich hat, erfährst du im folgenden Artikel.
Das Adjektiv „falsch“
Es könnte doch alles richtig sein, wäre es nicht falsch. Nun denn, das Adjektiv „falsch“ hat einen bitteren Beigeschmack. Wir verwenden es schließlich häufig im Zusammenhang mit Dingen, die nicht richtig oder verkehrt sind. Meist ist die subjektive Wertung inklusive. Bei genauer Betrachtung des Adjektivs gelangen wir jedoch unweigerlich zu der Erkenntnis, dass sich hinter dem Adjektiv „falsch“ viele weitere Bedeutungen verbergen. Im Folgenden siehst du, wie vielseitig dieses ebenso kurze wie meist verkannte Adjektive ist.
Die verschiedenen Bedeutungen des Adjektivs „falsch“
Falsch heißt nicht unbedingt verkehrt. Allerdings ist das eine der Hauptbedeutungen des Adjektivs. Wir verwenden es zudem, wenn etwas nicht korrekt oder fehlerhaft ist. Zum Beispiel kann eine Lieferung falsch bzw. fehlerhaft sein. Oder jemand hat eine Aufgabe falsch gelöst. In diesem Zusammenhang steht „falsch“ für unrichtig. Es gibt jedoch weitere Bedeutungen:
„Falsch“ als Synonym für Unaufrichtigkeit
Zweifeln wir an der Ehrlichkeit eines Menschen, so bezeichnen wir ihn gelegentlich als falsch. Er verhält sich womöglich hinterlistig, ihm ist nicht über den Weg zu trauen. Seine Geschichten wirken erfunden bzw. erlogen. Vieles wirkt zweifelhaft.
Hin und wieder hört man auch heute noch den Begriff „falscher Fuffziger“, der ebenso das Eigenschaftswort „falsch“ enthält. Allerdings hat die Herkunft dieser Zusammensetzung womöglich nichts mit Menschen gemein. Sie wird häufig mit der Weimarer Republik in Verbindung gebracht. Zur damaligen Zeit führte die mangelhafte Qualität der Fünfzigpfennigstücke zu vielen Fälschungen. Heute bringen wir den Ausdruck mit einem unaufrichtigen Menschen in Verbindung.
Wenn es um Fälschungen geht
Hochwertige Produkte sind äußerst begehrt, nicht nur bei Endkunden. Auch Unternehmer profitieren davon und stellen ähnliche Produkte her, die die Eigenschaften gefragter Waren nachahmen. Geschicktes Vorgehen führt zu einem Produkt, das zu überzeugen weiß und dem einstigen Original zum Verwechseln ähnlich sieht. Nur ein geübter Blick erkennt die Fälschung im Detail. Ist hier von „falsch“ die Rede, so meint man „nachgemacht“.
In einigen Fällen weiß der Kunde Bescheid und blickt wohlwollend darüber hinweg. Gewillt, sich ohne hohe Geldausgaben mit den eigenen Habseligkeiten zu brüsten. In anderen Fällen wurde ihm das Imitat als Original verkauft. Ärgerlich ist es dann, wenn sich der eigene Schatz als wertlos herausstellt.
„Verboten“ darf falsch sein
Wenn etwas nicht richtig ist, gilt es meist als falsch. Ist es verboten, lässt sich das Adjektiv ebenso als willkommene Alternative einsetzen. So ist es umgangssprachlich falsch, etwas Unerlaubtes zu tun. Sei es das Lügen, das Betrügen, das Schwänzen der Schule, das Schädigen eines Mitmenschen oder aber der Ladendiebstahl. All dies ist falsch und zum Teil verboten.
Der Falsch: das unbekannte Substantiv
Das Adjektiv „falsch“ ist dir sicherlich bekannt. Wie sieht es mit dem Substantiv „der Falsch“ aus? In meinem Video über das Thema der Falsch habe ich bereits erklärt, was es damit auf sich hat. Der Falsch bedeutet Unaufrichtigkeit.
Schauen wir uns das Substantiv anhand von zwei Satzbeispielen an.
- Ihre Seele ist frei von Falsch, denn sie ist in Gänze aufrichtig.
- Diese Familie ist ohne Falsch.
Alternativ kannst du das Substantiv „Unaufrichtigkeit“ einsetzen. Mir persönlich sagt „der Falsch“ eher zu, da das Wort äußerst selten und schon allein deshalb besonders ist.