Beim Schreiben stehen viele vor einer Herausforderung: Sie fragen sich, ob „das“ oder „dass“ richtig ist. Oft entscheidet dabei der erste Eindruck oder das Gefühl – irgendwie sieht eines einfach passender aus als das andere.
Keine Sorge: Es gibt eine klare und einfache Regel. Wer sie einmal verstanden hat, verwechselt „das“ und „dass“ nie wieder.
Das Wort „das“ – der vielseitige Begleiter
Das Wort „das“ ist ein bestimmter Artikel, ebenso wie „der“ und „die“. Während „der“ vor maskulinen Substantiven steht, begleitet „die“ feminine Substantive. Ein neutrales Substantiv erhält den Begleiter „das“.
Beispiele:
- das Kind
- das Haus
- das Einkommen
- das Imponiergehabe
Das sogenannte grammatische Geschlecht hat in vielen Fällen nichts mit dem natürlichen Geschlecht zu tun. So heißt es zum Beispiel „die Kerze“, obwohl wir damit keinen weiblichen Lebewesen, sondern einen neutralen Gegenstand bezeichnen.
Wenn du mehr über das Substantiv und sein grammatisches Geschlecht erfahren möchtest, findest du dazu einen eigenen Artikel. Suchst du noch umfangreichere Informationen, empfehle ich dir meinen Grammatikkurs.
Wenn „das“ zum Pronomen wird
Oft tritt das Wort „das“ als Pronomen auf. Pronomen sind sogenannte Fürwörter. Sie stehen anstelle eines anderen Wortes und ersetzen es im Satz.
Beispiele:
Das ist mein Pullover. Das ist meiner.
In diesem Beispiel ersetzt „meiner“ das Substantiv „Pullover“. Es steht somit stellvertretend für dieses Wort.
Er liebt Monika. Er liebt sie.
In diesem zweiten Beispiel vertritt das Pronomen „sie“ den Eigennamen „Monika“.
Es gibt verschiedene Pronomenarten, beispielsweise:
- Personalpronomen
- Possessivpronomen
- Interrogativpronomen
- Indefinitpronomen
Ein besonderes Pronomen ist das Relativpronomen. Relativpronomen leiten Relativsätze ein und vertreten Substantive und Substantivierungen. Zu den Relativpronomen gehören beispielweise der, die, das.
Beispiele:
Der Mann, den ich gestern sah, trug einen blauen Mantel.
Die Kinder, die im Garten spielten, waren bereits im Grundschulalter.
Das unscheinbare Buch, das im Regal kaum sichtbar war, enthielt unglaublich viele Wissensschätze.
Im letzten Beispiel bezieht sich „das“ im Relativsatz auf das Substantiv „Buch“.
In den folgenden Beispielen ersetzt das Relativpronomen „das“ Substantivierungen:
Das Singen, das sie Zeit ihres Lebens begleitete, ersetzte sie später durch das Lesen.
Das Schlechte, das wir daran sehen, ist die ungünstige Entwicklung.
Was ist „dass“ überhaupt?
Merke: Ist „das“ ein Artikel oder ein Relativpronomen, schreibst du es immer mit einem s.
- das Kind
- das Haus
- das Gelächter
Als Relativpronomen bezieht sich „das“ auf ein Substantiv oder eine Substantivierung. Auch dann schreibst du es mit einem s.
Beispiele:
- Das Buch, das ich lese, ist fesselnd.
- Das Tanzen, das sie liebt, machte sie zu ihrem Beruf.
Anders als das Wort „das“ gehört „dass“ zur Wortart der Konjunktionen. Konjunktionen werden auch Bindewörter genannt. Sie verbinden Wörter, Wortgruppen oder ganze Sätze miteinander.
Beispiele:
- Ich weiß, dass du gerne kochst.
- Dass du deine Familie unterstützt, finde ich großartig.
Beide Beispiele bestehen aus einem Hauptsatz und einem Nebensatz. Der Nebensatz wird jeweils durch das Wort „dass“ eingeleitet.
Vielleicht ist dir aufgefallen, dass „dass“ in diesen Sätzen kein anderes Wort ersetzt. Genau darin liegt der entscheidende Unterschied zwischen „das“ und „dass“:
Während „das“ als Artikel oder Pronomen auftritt, dient „dass“ ausschließlich dazu, einen Nebensatz einzuleiten.
Fällt es dir trotzdem schwer, den Unterschied zu erkennen? Dann hilft dir die folgende Regel. Mit ihr kannst du in den meisten Fällen sofort entscheiden, ob „das“ oder „dass“ richtig ist.
So erkennst du den Unterschied sicher
Kannst du „das“ durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“ ersetzen? Dann schreibst du es mit einem s.
Beispiele:
Das Geburtstagsgeschenk gefiel ihm gut.
Dieses Geburtstagsgeschenk gefiel ihm gut.
Das Haus, das im Vordergrund des Bildes zu sehen ist, ist das Geburtshaus des Künstlers.
Das Haus, welches im Vordergrund des Bildes zu sehen ist, ist das Geburtshaus des Künstlers.
Anders sieht es bei „dass“ aus:
Dass du am Dienstag nicht in der Stadt sein wirst, finde ich schade.
Hier kannst du „dass“ nicht durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“ ersetzen. Daher schreibst du „dass“ mit Doppel-s.
Kurzum: Wenn dieses, jenes oder welches passt, ist auf ein das mit einem s Verlass.
Übungen für den richtigen Gebrauch
Hast du das Gelesene verstanden? Teste dich selbst! Hier findest du kurze Aufgaben und darunter die richtigen Lösungen:
- Er wusste nichts davon, das_ sie ohne ihn in den Urlaub gefahren waren.
- Da_ Lachen hallte so lange nach, das_ die Nachbarn die Polizei verständigten.
- Ich wusste sehr genau, das_ das_ nicht der richtige Weg gewesen ist.
- Wenn ich etwas nicht leiden konnte, war es da_ ständige Jammern, da_ mir den ganzen Tag vermieste. So sehr, das_ ich am Ende selbst zu jammern begann.
Lösungen:
- dass
- Das, dass
- dass, das
- das, das, dass