Mentale Selbstführung

„Mentale Selbstführung ist die Konsequenz daraus, dass wir uns Kraft unseres klaren Geistes unserer Bedürfnisse und deren Bedeutung bewusst werden.“

Die Bedeutung mentaler Selbstführung

Dieses Zeitalter steht voller – oftmals unnatürlicher -Kontraste und verlangt Menschen somit einiges ab. Täglich prasseln neue Eindrücke auf uns ein, Stressoren nehmen den inneren Raum. Es geht häufig um Arbeit, Leistung und Erfolg. Kaum scheint innerer und äußerer Freiraum greifbar zu sein.

Zudem schleichen sich vermehrt Zukunftsängste und ein Bewusstsein für einen ungesunden Lebensstil ein – gepaart mit dem Versuch, diesen durch gesunde Ernährung, einen wohlwollenden Ausgleich und ein üppiges Allerlei zu kompensieren. 

Im Chaos jeglicher Welten zwischen der einstig fröhlichen Kindheit und der Unbändigkeit des Erwachsenenlebens drohen Menschen gehäuft unterzugehen. Ermattet sinken sie innerlich nieder und wünschen sich die Freiheit früher Jahre zurück. Und diese Freiheit gibt es, aber sie versteht sich nicht als Preis für Leistung und Eifer. Sie bildet den Kern mentaler Selbstführung, wie: 

  • Bewusstsein für das eigene Ich
  • Eigenverantwortung und Freude daran
  • Priorisierung der Bedürfnisse
  • Entscheidungen ohne schmerzende Emotionen
  • Reflexion des Lebensgeschehens
  • Anpassung und Distanzierung zur Wahrung des inneren Seelenschatzes

Der Zugang zur mentalen Selbstführung wirkt für viele Menschen verschlossen. Zu lange bemühten sie sich darum, die Erwartungen ihrer Mitmenschen zu erfüllen. Zu sehr strebten sie nach Erfolgen, die nicht aus ihrer persönlichen Überzeugung entsprangen. Zu oft verdrängten sie ihren Seelenschatz. Daraus resultiert eine Art Existenznot im Inneren. Wir verlieren unser Ich auf verschiedenen Ebenen. 

Gemäß der Erfahrungen „Leistung zahle sich aus“ kämpfen wir weiter, machen noch mehr in kürzerer Zeit und vernachlässigen uns dadurch weiter. Ein Problem, das unser mentales Kleid zusätzlich zu schwächen droht.

Tür und Tor öffnen sich für weitere Herausforderungen. Je länger wir sie unterdrücken und mit Eifer und Leistung zu bekämpfen versuchen, desto verheerender wirkt das auf uns.  Ein Zustand, an dem Menschen heute vermehrt zerbrechen…denn plötzlich mutieren auch Nebenschauplätze zu Risiken des Seelenheils. 

Mentale Selbstführung ist der Ausgangspunkt für positive Veränderungen im Leben. Sich selbst zu erkennen, wahrzunehmen, persönliche Bedürfnisse zu integrieren und zu leben, ist das Fundament eines zufriedenen Lebens. Auf dieser Grundlage basiert das Scientaura Magazin und darin die Kategorie „Mentale Selbstführung“, da sie die unbedingte Folge eines klaren Geistes ist. Für Klarheit sorgen neue Denkräume, Vielfalt an Ideen und sinnstiftende Handlungen. 

Was mentale Selbstführung nicht ist

Mentale Selbstführung ist nicht gleichbedeutend mit Selbstoptimierung. Sie ist keinem Ringen um Perfektion gleich. Zudem versteht sich mentale Selbstführung nicht als Versuch, besser und schneller zu funktionieren. Überhaupt hat „Funktionieren“ nichts mit mentaler Selbstführung gemein. Zentrales Thema mentaler Selbstführung ist vielmehr das Wiedererkennen des Ichs in all seinen Facetten, Farben und Formen, Licht und Schatten. 

Viele Menschen verstehen mentale Selbstführung jedoch als Weg zur Optimierung und letztendlich zur Perfektion. Sie wälzen Ratgeber, die binnen weniger Wochen gelassener, leistungsfähiger, erfolgreicher, wohlhabender, reflektierter, intelligenter, resilienter, aufmerksamer, konzentrationsfähiger machen sollen. Dabei richten sie das Hauptaugenmerk nicht auf innere mentale Führung, wohl aber auf den äußeren Erwartungsdruck. Sie wollen im Job bestehen, in Freundschaften, Beziehungen, sogar in der Freizeit geht es um den schönen Glanz. Dafür investieren sie viel. Sie zahlen für Ratgeber, Kurse, Seminare, Bücher. Einige versuchen Resilienz zu erreichen, indem sie ihre Emotionen unterdrücken. Andere suchen inneres Seelenheil durch permanente Leistungsbereitschaft und wieder andere durch kontinuierliche Ablenkung vom inneren Druck. Das Innere wirkt ermüdet, es ist bald nicht mehr greifbar. Dann fragen sich viele:

„Wer bin ich eigentlich?“

Nach außen hin mag das Konzept für einen Augenblick gelingen. Die Idee der Selbstoptimierung durch Unterdrückung und Ablenkung ist ein bewährtes Mittel zur Bewältigung widriger Verhältnisse. Die konstante Aufrechterhaltung der Widrigkeiten geleitet uns zu einer dauerhaften inneren Existenzkrise. Denn es ist von existenzieller Bedrohung, wenn wir unsere Empfindungen unterdrücken, sie uns verbieten, uns nicht leben können und wollen, um Standards zu erfüllen. Diese Existenzkrise ist ein Prozess, der Kreise zieht und immer mehr Punkte im Leben umfasst. Der Gang durch den Alltag wirkt unecht, wird schwerer, kostet viel Energie. Körper, Geist und Seele geben wichtige Signale, die unbeantwortet bleiben. Wenn nichts mehr bleibt als Kraftlosigkeit, ist mentale Selbstführung der einzig gangbare Weg. Und dieser Weg kostet zu Anfang Energie. Die Schritte sind schwer zu gehen. Gelegentliches Versinken im alten Morast. Gehen wir den Weg der mentalen Selbstführung weiter, gelangen wir wieder zu unserem Kern. Gehen wir ihn gemeinsam, sind wir weder uns noch anderen fern.

Wenn mentale Selbstführung spürbar wird

Mentale Selbstführung wirkt auf den ersten Blick unattraktiv. In unserer Welt zählen rasche Lösungen, nicht aber jene, welche nachhaltig sind. Wir wollen vieles möglichst sofort. Die Zeit ist häufig eine lästige Komponente im Spiel um das große Lebensglück. Doch Zeit ist, was wir für mentale Selbstführung brauchen. Eine unbequeme Wahrheit, die schmerzlich für jene ist, die Zeit ihres Lebens „bewusst“ auf Irrwegen wanderten und nun vor der Wahl zwischen „mentaler Selbstführung“ und „Weiterführen des fremdgesteuerten Lebens“ stehen. Instinktiv wissen sie: „Mentale Selbstführung kostet Zeit.“

Ich verstehe den Schmerz dahinter, etwa den um verlorene Jahre oder den um nicht gemachte Erfahrungen. Und ich selbst durchlief das Tal auf dem Weg zur mentalen Selbstführung. Das bringt mich zu dem glücklichen Umstand, eine gute Nachricht übermitteln zu können: Mentale Selbstführung braucht zwar ein ganzes Leben, doch sie ist in kürzester Zeit spürbar. 

Wir spüren sehr genau, wenn etwas in uns „ankommt“. Eine Botschaft. Ein Gedanke. Eine Handlung, die bekräftigt. Meist beginnt es mit subtilen Dingen. Kleinigkeiten im Alltag, die unseren Zugang zu uns selbst intensivieren. Das kann eine entspannende Dusche sein, aber ebenso gut eine Meditation. Beginnen wir aus einem wohltuenden Moment ohne Zwang eine Routine zu entwickeln, baut sich der Selbstwert aus dem Hintergrund und beinahe unbemerkt auf. Wir fühlen uns dem Ich näher, bewusster, selbstbewusster, bauen wiederholt Vertrauen zum Körper auf. Alles Grundbausteine der mentalen Selbstführung und wer sie fühlt, fühlt sich gut. Im nächsten Schritt lodern kleine Flämmchen, die aus einem zarten Glühen entspringen. Schon bald entfachen Glut und Flämmchen ein inneres Feuer, die Selbstliebe tritt hinzu. Jetzt wollen wir mehr und wir können es. Dies ist der Punkt, an welchem wir mitten in der mentalen Selbstführung sind. Und befinden wir uns in der Anbindung zu uns selbst, können wir keinen anderen, keinen selbstmissachtenden Weg mehr gehen. In jedem Augenblick spüren wir die Bedeutung der mentalen Selbstführung. 

„Mentale Selbstführung beginnt dort, wo innere Rufe nicht von äußeren überdeckt werden müssen.“

Wer den Ruf der eigenen Stimme zu hören vermag, wird die äußeren Stimmen leiser werden lassen und verstehen, was sie sagt. Mentale Selbstführung ist ein innerer Raum, in welchem all unsere Facetten spürbar in Erscheinung treten. In diesem Raum wird Wichtiges erklingen, Unbedeutendes hört auf zu singen. Im Magazin begegnen dir weitere Gedanken zur mentalen Selbstführung. Ich lade dich herzlich dazu ein.

Wenn dich  Themen aus dem Spektrum „‚„Arbeit und Leistung“ oder „Umgang mit Menschen“bewegen, bist du ebenso herzlich im Magazin eingeladen. Dort findest du regelmäßig neue Artikel zu Themen, die Menschen bewegen. 

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